Ankara und sein Image

Die türkische Hauptstadt Ankara galt lange Zeit als reine Beamtenstadt und dieses Image hat sich bis zum heutigen Tag fortgesetzt. Hauptsächlich lebten in der Stadt staatstreue Kemalisten. Seitdem die gemäßigt islamische Partei AKP die Landeshauptstadt regiert, genießt das Bild der Stadt einen langsamen Wandel. Trotzdem vertritt ein Großteil der Einheimischen noch immer die Meinung, dass am Abend die Bürgersteige in Ankara hochgeklappt sind. Experten des Landes haben schon lange erkannt das Ankara zwar der Kopf des Landes ist, aber Istanbul dennoch die Seele der Türkei darstellt. Bis heute steht die Stadt vor allem touristisch gesehen noch immer im Schatten der quirligen Metropole am Bosporus. Nachdem die Stadt jahrelang als abgeschottete Hochburg der staatstreuen Kemalisten galt, heißt es mittlerweile Religiöse gegen Republikaner, Eliten gegen Aufsteiger und Bürger gegen das Volk. In der ganzen Türkei prallen zwei Welten aufeinander, in der Landeshauptstadt macht sich dies verstärkt bemerkbar. So war der Kyzlay-Platz lange Zeit für Proteste und Straßenkämpfe bekannt. Nicht nur die Meinung der Einheimischen hat sich bezugnehmend auf die Stadt geändert. So treffen in Ankara immer mehr Tradition und Moderne aufeinander. Die alten Stadtzentren werden vor allem durch altertümliche Handwerksbetriebe geprägt. Zwischen Wäscheleinen und windschiefen Häusern scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Wie anno dazumal betreiben Töpfer, Gewürzhändler und andere Handwerksbetriebe ihr kleines traditionelles Gewerbe. Die hohe Kunst des Verkaufens haben sie bereits von ihren Großeltern und Eltern in die Wiege gelegt bekommen. Die Stadtzentren gleichen einem kleinen Dörfchen in einer Großstadt, von der ausgehend das ganze Land regiert und geführt wird.

Expedia.de - Reisen. Wie, wann, wohin du willst.